Fünf Fragen an Susanne Weisheit

Die Menschen hinter dem Mediationstag: Susanne Weisheit

Wir möchten Ihnen gerne einen Eindruck von den Menschen geben, die den Mediationstag 2019 gestalten werden. Dazu haben wir unseren Referentinnen und Referenten fünf Fagen gestellt. Viel Spaß beim Nachlesen!

seitliches Portrait von Susanne Weisheit vor einer Mauer stehend

Bitte stelle Dich kurz vor. Ich habe in meinem „ersten Berufsleben“ 😊 lange als Wirtschaftsingenieurin gearbeitet – in zahlreichen Rollen als Führungskraft, Projekt-, Prozess- und Produktmanagerin und vieles mehr. Bei aller Vielseitigkeit gab es bei mir ein Hauptanliegen: die Zusammenarbeit der Menschen so zu organisieren und zu fördern, dass jeder einen guten Platz findet und dass die Kommunikation und das Miteinander im Sinne aller Beteiligten funktioniert und daraus gemeinsamer Erfolg erwächst.

Und so habe ich daraus meinen aktuellen Beruf gemacht: ich berate freiberuflich Unternehmen und Verwaltungen genau in diesem Thema „Konfliktmanagement und Zusammenarbeit“. Ich bin ausgebildete/zertifizierte Mediatorin und habe darüber hinaus weitere intensive Ausbildungen, insbesondere im Systemdesign bzw. mit systemischen Blick, durchlaufen.

Ich freue mich jeden Tag darüber, meinen Traumberuf ausüben zu dürfen und etwas beizutragen, das die Arbeitswelt für alle Beteiligten bei aller wirtschaftlicher Notwendigkeit gleichzeitig so sinnvoll und angenehm wie möglich macht.

Wo hast Du selbst Berührungspunkte zur Konfliktbewältigung? Natürlich führe ich selbst Mediationen und Konfliktcoachings durch. Außerdem unterstütze ich Unternehmen und Verwaltungen dabei, eigene Konfliktmanagementsysteme aufzubauen. Hintergedanke dabei ist: die Frage ist nicht, ob es Konflikte gibt, sondern wie konstruktiv wir mit ihnen umgehen. Der Aufbau von Konfliktmanagementsystemen kann somit als eine Art Meta-Mediation verstanden werden.

Welches Thema möchtest Du uns beim Mediationstag näher bringen?
Am Mediationstag werde ich mit allen Interessierten Möglichkeiten der wertschätzenden Kommunikation näher zu beleuchten. Insbesondere, wenn es mal hitzig wird, ist es nur allzu menschlich, in vorwurfsvolle Haltung abzugleiten – wer kennt das nicht von sich selbst?

Und doch erweist es sich immer wieder als günstiger, auf die Bedürfnisse aller im Gespräch zu achten und damit Lösungen einfacher zu machen oder überhaupt erst zu ermöglichen. Wer zieht schon die Überprüfung des eigenen Verhaltens in Betracht, wenn er Vorwürfe bekommt? Die berechtigten Anliegen des/der Anderen zu sehen, wenn die eigenen auch gehört werden und ihren Platz haben, fällt hingegen schon leichter. Nicht wahr?

Was ist Deiner Meinung nach für ein friedliches Zusammenleben hilfreich? Ein wertschätzender und empathischer Dialog, in dem alle Gesprächsbeteiligten versuchen, die Haltung und den Standpunkt des Gegenübers zu verstehen.

Verstehen muss ja nicht heißen, einverstanden zu sein. Ein Verstehen ermöglicht dennoch, über sachliche Unterschiede so zu sprechen, dass Lösungen gefunden werden können.

Für diese Art Dialog – in dem es anders als bei einer Diskussion nicht um „recht haben“ oder „gewinnen“ geht – halte ich das wirkliche Zuhören für sehr unterschätzt. Zuhören, um zu verstehen; nicht Zuhören, um antworten zu können.

Hört sich banal an und erweist sich doch immer wieder als schwierig.

Wenn Du die Möglichkeit hättest, eine konkrete Veränderung in unserer Gesellschaft maßgeblich zu bestimmen, was wäre Dein Projekt? Ich würde das Zuhören und die darauf basierende Gesprächsform des wertschätzenden, empathischen Dialogs mit allen Kräften fördern – noch mehr, als ich es heute schon in meinem unternehmerischen und privaten Alltag bestmöglich tue. Ganz im Sinne Richard von Weizsäcker „Lernen Sie miteinander leben, nicht gegeneinander.“ Ich bin überzeugt, dass die Macht der Gemeinschaft sehr groß ist: dass wir so und nur so die drängenden Probleme unserer Zeit lösen können. Und dass wir es auf diesem Weg können, auch wenn die Nachrichten häufig einen anderen Eindruck vermitteln. Insofern würde ich das Zitat sogar noch etwas abwandeln: „Lernen Sie miteinander sprechen (und zuhören), nicht gegeneinander.“

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Sie haben Lust auf den Mediationstag 2019 bekommen?  Hier finden Sie das gesamte Programm