Fünf Fragen an Larissa Kunze

Die Menschen hinter dem Mediationstag: Larissa Kunze

Wir möchten Ihnen gerne einen Eindruck von den Menschen geben, die den Mediationstag 2019 gestalten werden. Dazu haben wir unseren Referentinnen und Referenten fünf Fagen gestellt. Viel Spaß beim Nachlesen!

Porträt von Larissa Kunze

Bitte stelle Dich kurz vor.  Ich bin Larissa, 28 Jahre alt und lebe seit ca. zwei Jahren in Bonn. Hier arbeite ich in einer großen Organisation im Bereich der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik. Nebenberuflich baue ich zurzeit meine Freiberuflichkeit auf: Mediation, aber auch psychosoziale Beratung, spielen hier seit vier Jahren eine wichtige Rolle in meiner professionellen Weiterbildung. Da ich viele Jahre im Ausland gelebt, gearbeitet und studiert habe, ist meine Herangehensweise an Konflikte eingebettet in gesellschaftspolitische und kultursensible Fragestellungen.

Wo hast Du selbst Berührungspunkte zur Konfliktbewältigung? Konflikte sind in großen Arbeitsstrukturen und komplexen Tätigkeitsfeldern unvermeidbar und wichtig. In meiner hauptberuflichen Tätigkeit arbeite ich im abteiteilungsübergreifenden Projektmanagement, von daher lege ich meinen Fokus darauf, vermittelnd zu wirken (auch ohne offizielles Mediations-Mandat). Durch mein Masterstudium der Friedens- und Konfliktforschung in Großbritannien sowie meine Mitarbeit und Mediationsausbildung bei inmedio berlin habe ich eine analytische Herangehensweise an Konfliktbewältigung entwickelt. Diese hilft mir sehr dabei, Potentiale für eine verbesserte Zusammenarbeit zu erkennen und Projekte nachhaltig voranzutreiben.

Zudem engagiere ich mich ehrenamtlich in der Arbeit mit geflüchteten Menschen. Anders als in meinem Arbeitskontext werden hier Konflikte oft „kulturalisiert“ und die Bewältigung dreht sich schnell um Wertvorstellungen, die als absolut wahrgenommen werden.

Welches Thema möchtest Du uns beim Mediationstag näher bringen? Ich werde mich mit euch mit der Rolle von Machtungleichheiten im Mediationsprozess beschäftigen. In der Mediation sollen sich die Beteiligten auf Augenhöhe begegnen – gleichzeitig mediieren wir innerhalb von Machtstrukturen. Strukturelle Benachteiligungen und ungleiche Ressourcenverteilung aufgrund von Status, Kompetenzen, Geschlecht und anderen Faktoren werfen die Frage auf: Wie kann (oder sollte) mit Machtungleichgewichten im Mediationsverfahren umgegangen werden?

Da wir auch unsere eigenen Prägungen und Privilegien in jede Situation mitbringen, ist die Auseinandersetzung mit diesem Thema vielfältig und komplex. Ich freue mich auf einen spannenden Workshop!

Was ist Deiner Meinung nach für ein friedliches Zusammenleben hilfreich? Ein Zusammenkommen von Faktoren auf verschiedenen Ebenen:

• Einer empathischen Grundhaltung jedes Menschen durch Selbstreflektion.

• Zwischenmenschliches Verständnis und aufrichtiges Interesse durch Dialog, Engagement und Mut.

• Reduktion struktureller Ungerechtigkeit durch entsprechende politische Rahmensetzung.

Wenn Du die Möglichkeit hättest, eine konkrete Veränderung in unserer Gesellschaft maßgeblich zu bestimmen, was wäre Dein Projekt? Ich würde Lernerfahrungen in den Bereichen Selbstreflexion, Empathie und konstruktiver Kommunikation viel intensiver, regelmäßiger und früher im Leben aller Menschen verankern. Am besten sollten diese zu integralen Bestandteilen der Schulcurricula werden, wo Methoden beigebracht und Dialogräume geschaffen werden. Bestenfalls würde dies zu einer verinnerlichten Grundhaltung führen, durch die Konflikte in unserer Gesellschaft viel konstruktiver bewältigt werden könnten.

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Sie haben Lust auf den Mediationstag 2019 bekommen?  Hier finden Sie das gesamte Programm