Fünf Fragen an Andrea Rawanschad

Die Menschen hinter dem Mediationstag: Andrea Rawanschad

Wir möchten Ihnen gerne einen Eindruck von den Menschen geben, die den Mediationstag 2019 gestalten werden. Dazu haben wir unseren Referentinnen und Referenten fünf Fagen gestellt. Viel Spaß beim Nachlesen!

Bitte stellen Sie sich kurz vor. Andrea Rawanschad – Facilitation, Mediation, Training. Ich brenne für strukturierte gute Kommunikation, Visual Facilitation sowie menschlich zugewandte Organisations- und Führungsentwicklung.

Wo haben Sie selbst Berührungspunkte zur Konfliktbewältigung? Ich bin spezialisiert auf Konfliktlösungen im Arbeitsleben und arbeite damit überall dort, wo sich Menschen im Arbeitsleben (im wahrsten Sinne des Wortes) nicht mehr verstehen. Das heißt, es geht um Verstehen und Verständnis im Arbeitsleben. Dies kann durch die Mediation von Teamkonflikten geschehen, durch die strukturierte Vermittlung zwischen Arbeitgeber und Betriebsrat, die Moderation von Tarifvertragsverhandlungen oder vermehrt auch die facilitative Unterstützung von Organisationen in Veränderungsprozessen.

Welches Thema möchten Sie uns am Mediationstag näherbringen? Erst kürzlich sprach ein guter Freund bei einem gemeinsamen Glas Wein ganz unbedarft von seiner Work-Life-Balance und der Arme war sichtlich überrascht, wie ‘rege‘ ich reagiert habe. Für mich unterstellt die Work-Life-Balance , dass es einen guten Ausgleich geben muss zwischen Arbeit und Leben. Die Selbstverständlichkeit, mit der wir diese Formulierung im allgemeinen Sprachgebrauch nutzen, finde ich bemerkenswert. Dabei ist doch Arbeitszeit ebenso wertvolle Lebenszeit wie Zeit mit der Familie, Urlaub, etc. Und daran merke ich dann beispielsweise, wie sehr mir das Thema „Weil Miteinander auch anders geht: Arbeitskultur gestalten“ am Herzen liegt. Mich hat vor diesem Hintergrund das Buch „Reinventing Organizations“ beeindruckt, weil der Autor Frederic Laloux hier anschaulich die für ihn wahrnehmbare Sehnsucht beschreibt, auch im Arbeitsleben ganz Mensch zu sein und erkennen zu können, in der eigenen Kompetenz wirksam zu sein. Dies ist vielen nach wie vor nicht vorstellbar in der immer schneller und komplexer werdenden VUCA-Welt und meine These ist, dass es nicht nur machbar, sondern sinnvoll ist. Und ich freue mich darauf, über dieses aus meiner Sicht so spannende Thema am Mediationstag zu sprechen und idealerweise zu inspirieren und in einen offenen Austausch zu kommen.

Was ist Ihrer Meinung nach für ein friedliches Zusammenleben hilfreich? Meine Lieblingserklärung für den Begriff Konflikt kommt von einem Kind und lautet “Ein Konflikt ist ein Problem, das weh tut”. Das finde ich ganz wunderbar auf den Punkt gebracht, denn so hilfreich Konflikte theoretisch auch sein mögen – wo es knirscht da wächst es – so sehr wollen wir sie vermeiden, da wir uns nicht wohl fühlen. Meiner Meinung nach ist daher alles hilfreich für ein friedliches Zusammenleben, das die Konfliktkompetenz stärkt, so dass wir als Einzelne wie auch als Gesellschaft mit schwierigen und komplexen Situationen besser umzugehen lernen. In einer immer komplexer werdenden Welt ist es notwendig für ein friedliches Zusammenleben, dass wir mit Komplexität umgehen können, sonst übernehmen die Schwarz-Weiß-Maler und dann wäre die Welt nicht nur im übertragenen Sinne weniger bunt.

Wenn Sie die Möglichkeit hätten, eine konkrete Veränderung in unserer Gesellschaft  maßgeblich zu bestimmen, was wäre Ihr Projekt? Mein Projekt wäre das Thema „Zuhören/Verstehen“ in Schule und Studium aufzunehmen. Wir lernen in der Schule Lesen und Schreiben, aber aufmerksames Zuhören des Verstehen willens (und nicht des Antworten willens), das wird uns nicht beigebracht. Ich habe das auch im juristischen Studium an keiner Stelle gelernt, sondern erst in meiner Mediationsausbildung. Heute ist dies eines meiner wesentlichen Arbeitsmittel.

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Fünf Fragen an Susanne Weisheit

Die Menschen hinter dem Mediationstag: Susanne Weisheit

Wir möchten Ihnen gerne einen Eindruck von den Menschen geben, die den Mediationstag 2019 gestalten werden. Dazu haben wir unseren Referentinnen und Referenten fünf Fagen gestellt. Viel Spaß beim Nachlesen!

seitliches Portrait von Susanne Weisheit vor einer Mauer stehend

Bitte stelle Dich kurz vor. Ich habe in meinem „ersten Berufsleben“ 😊 lange als Wirtschaftsingenieurin gearbeitet – in zahlreichen Rollen als Führungskraft, Projekt-, Prozess- und Produktmanagerin und vieles mehr. Bei aller Vielseitigkeit gab es bei mir ein Hauptanliegen: die Zusammenarbeit der Menschen so zu organisieren und zu fördern, dass jeder einen guten Platz findet und dass die Kommunikation und das Miteinander im Sinne aller Beteiligten funktioniert und daraus gemeinsamer Erfolg erwächst.

Und so habe ich daraus meinen aktuellen Beruf gemacht: ich berate freiberuflich Unternehmen und Verwaltungen genau in diesem Thema „Konfliktmanagement und Zusammenarbeit“. Ich bin ausgebildete/zertifizierte Mediatorin und habe darüber hinaus weitere intensive Ausbildungen, insbesondere im Systemdesign bzw. mit systemischen Blick, durchlaufen.

Ich freue mich jeden Tag darüber, meinen Traumberuf ausüben zu dürfen und etwas beizutragen, das die Arbeitswelt für alle Beteiligten bei aller wirtschaftlicher Notwendigkeit gleichzeitig so sinnvoll und angenehm wie möglich macht.

Wo hast Du selbst Berührungspunkte zur Konfliktbewältigung? Natürlich führe ich selbst Mediationen und Konfliktcoachings durch. Außerdem unterstütze ich Unternehmen und Verwaltungen dabei, eigene Konfliktmanagementsysteme aufzubauen. Hintergedanke dabei ist: die Frage ist nicht, ob es Konflikte gibt, sondern wie konstruktiv wir mit ihnen umgehen. Der Aufbau von Konfliktmanagementsystemen kann somit als eine Art Meta-Mediation verstanden werden.

Welches Thema möchtest Du uns beim Mediationstag näher bringen?
Am Mediationstag werde ich mit allen Interessierten Möglichkeiten der wertschätzenden Kommunikation näher zu beleuchten. Insbesondere, wenn es mal hitzig wird, ist es nur allzu menschlich, in vorwurfsvolle Haltung abzugleiten – wer kennt das nicht von sich selbst?

Und doch erweist es sich immer wieder als günstiger, auf die Bedürfnisse aller im Gespräch zu achten und damit Lösungen einfacher zu machen oder überhaupt erst zu ermöglichen. Wer zieht schon die Überprüfung des eigenen Verhaltens in Betracht, wenn er Vorwürfe bekommt? Die berechtigten Anliegen des/der Anderen zu sehen, wenn die eigenen auch gehört werden und ihren Platz haben, fällt hingegen schon leichter. Nicht wahr?

Was ist Deiner Meinung nach für ein friedliches Zusammenleben hilfreich? Ein wertschätzender und empathischer Dialog, in dem alle Gesprächsbeteiligten versuchen, die Haltung und den Standpunkt des Gegenübers zu verstehen.

Verstehen muss ja nicht heißen, einverstanden zu sein. Ein Verstehen ermöglicht dennoch, über sachliche Unterschiede so zu sprechen, dass Lösungen gefunden werden können.

Für diese Art Dialog – in dem es anders als bei einer Diskussion nicht um „recht haben“ oder „gewinnen“ geht – halte ich das wirkliche Zuhören für sehr unterschätzt. Zuhören, um zu verstehen; nicht Zuhören, um antworten zu können.

Hört sich banal an und erweist sich doch immer wieder als schwierig.

Wenn Du die Möglichkeit hättest, eine konkrete Veränderung in unserer Gesellschaft maßgeblich zu bestimmen, was wäre Dein Projekt? Ich würde das Zuhören und die darauf basierende Gesprächsform des wertschätzenden, empathischen Dialogs mit allen Kräften fördern – noch mehr, als ich es heute schon in meinem unternehmerischen und privaten Alltag bestmöglich tue. Ganz im Sinne Richard von Weizsäcker „Lernen Sie miteinander leben, nicht gegeneinander.“ Ich bin überzeugt, dass die Macht der Gemeinschaft sehr groß ist: dass wir so und nur so die drängenden Probleme unserer Zeit lösen können. Und dass wir es auf diesem Weg können, auch wenn die Nachrichten häufig einen anderen Eindruck vermitteln. Insofern würde ich das Zitat sogar noch etwas abwandeln: „Lernen Sie miteinander sprechen (und zuhören), nicht gegeneinander.“

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Fünf Fragen an Larissa Kunze

Die Menschen hinter dem Mediationstag: Larissa Kunze

Wir möchten Ihnen gerne einen Eindruck von den Menschen geben, die den Mediationstag 2019 gestalten werden. Dazu haben wir unseren Referentinnen und Referenten fünf Fagen gestellt. Viel Spaß beim Nachlesen!

Porträt von Larissa Kunze

Bitte stelle Dich kurz vor.  Ich bin Larissa, 28 Jahre alt und lebe seit ca. zwei Jahren in Bonn. Hier arbeite ich in einer großen Organisation im Bereich der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik. Nebenberuflich baue ich zurzeit meine Freiberuflichkeit auf: Mediation, aber auch psychosoziale Beratung, spielen hier seit vier Jahren eine wichtige Rolle in meiner professionellen Weiterbildung. Da ich viele Jahre im Ausland gelebt, gearbeitet und studiert habe, ist meine Herangehensweise an Konflikte eingebettet in gesellschaftspolitische und kultursensible Fragestellungen.

Wo hast Du selbst Berührungspunkte zur Konfliktbewältigung? Konflikte sind in großen Arbeitsstrukturen und komplexen Tätigkeitsfeldern unvermeidbar und wichtig. In meiner hauptberuflichen Tätigkeit arbeite ich im abteiteilungsübergreifenden Projektmanagement, von daher lege ich meinen Fokus darauf, vermittelnd zu wirken (auch ohne offizielles Mediations-Mandat). Durch mein Masterstudium der Friedens- und Konfliktforschung in Großbritannien sowie meine Mitarbeit und Mediationsausbildung bei inmedio berlin habe ich eine analytische Herangehensweise an Konfliktbewältigung entwickelt. Diese hilft mir sehr dabei, Potentiale für eine verbesserte Zusammenarbeit zu erkennen und Projekte nachhaltig voranzutreiben.

Zudem engagiere ich mich ehrenamtlich in der Arbeit mit geflüchteten Menschen. Anders als in meinem Arbeitskontext werden hier Konflikte oft „kulturalisiert“ und die Bewältigung dreht sich schnell um Wertvorstellungen, die als absolut wahrgenommen werden.

Welches Thema möchtest Du uns beim Mediationstag näher bringen? Ich werde mich mit euch mit der Rolle von Machtungleichheiten im Mediationsprozess beschäftigen. In der Mediation sollen sich die Beteiligten auf Augenhöhe begegnen – gleichzeitig mediieren wir innerhalb von Machtstrukturen. Strukturelle Benachteiligungen und ungleiche Ressourcenverteilung aufgrund von Status, Kompetenzen, Geschlecht und anderen Faktoren werfen die Frage auf: Wie kann (oder sollte) mit Machtungleichgewichten im Mediationsverfahren umgegangen werden?

Da wir auch unsere eigenen Prägungen und Privilegien in jede Situation mitbringen, ist die Auseinandersetzung mit diesem Thema vielfältig und komplex. Ich freue mich auf einen spannenden Workshop!

Was ist Deiner Meinung nach für ein friedliches Zusammenleben hilfreich? Ein Zusammenkommen von Faktoren auf verschiedenen Ebenen:

• Einer empathischen Grundhaltung jedes Menschen durch Selbstreflektion.

• Zwischenmenschliches Verständnis und aufrichtiges Interesse durch Dialog, Engagement und Mut.

• Reduktion struktureller Ungerechtigkeit durch entsprechende politische Rahmensetzung.

Wenn Du die Möglichkeit hättest, eine konkrete Veränderung in unserer Gesellschaft maßgeblich zu bestimmen, was wäre Dein Projekt? Ich würde Lernerfahrungen in den Bereichen Selbstreflexion, Empathie und konstruktiver Kommunikation viel intensiver, regelmäßiger und früher im Leben aller Menschen verankern. Am besten sollten diese zu integralen Bestandteilen der Schulcurricula werden, wo Methoden beigebracht und Dialogräume geschaffen werden. Bestenfalls würde dies zu einer verinnerlichten Grundhaltung führen, durch die Konflikte in unserer Gesellschaft viel konstruktiver bewältigt werden könnten.

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Fünf Fragen an Willibert Pauels

Die Menschen hinter dem Mediationstag: Willibert Pauels

Wir möchten Ihnen gerne einen Eindruck von den Menschen geben, die den Mediationstag 2019 gestalten werden. Dazu haben wir unseren Referentinnen und Referenten fünf Fagen gestellt. Viel Spaß beim Nachlesen!

Der Kabarettist und Karnevalist Willibert Pauels in seinem Kostüm mit schwarzer Hose, Hosenträgern, rotem T-Shirt, schwarzer Lederweste, roter Nase, Brille und Melonenhut

Bitte stellen Sie sich kurz vor. Mein Name ist Willibert Pauels, katholischer Diakon und Kabarettist. Bekannt als „ne bergischer Jung“ im Kölner Karneval (weitere Infos falls gewünscht auf Wikipedia )

Wo haben Sie selbst Berührungspunkte zur Konfliktbewältigung? Da ich ja wie jeder Mensch mindestens 2 Seelen in meiner Brust habe sind die heftigsten Konflikte die einer Mediation bedürfen in mir selbst. Ausserdem bin ich verheiratet. 😊

Welches Thema möchten Sie uns beim Mediationstag näher bringen? „Von der heilenden Kraft der anderen Perspektive“

Was ist Ihrer Meinung nach für ein friedliches Zusammenleben hilfreich? siehe „Ad 3“

Wenn Sie die Möglichkeit hätten, eine konkrete Veränderung in unserer Gesellschaft maßgeblich zu bestimmen, was wäre Ihr Projekt? Alle Gebäude in Städten beseitigen, die eine verheerende Hässlichkeit ausstrahlen (das sind zu 99% Gebäude der 70ger Jahre. Der Baustil heißt nicht umsonst „Brutalismus“). An deren Stelle Gebäude errichten die Schönheit und Geborgenheit ausstrahlen. Wenn das jetzt auch ein wenig befremdlich klingen mag. Aber auch Architektur kann töten bzw. Konflikte schüren.

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Fünf Fragen an Thea Francke

Die Menschen hinter dem Mediationstag: Thea Francke

Wir möchten Ihnen gerne einen Eindruck von den Menschen geben, die den Mediationstag 2019 gestalten werden. Dazu haben wir unseren Referentinnen und Referenten fünf Fagen gestellt. Viel Spaß beim Nachlesen!

Thea Francke vor braun und grau gemustertem Hintergrnd stehend

Bitte stelle Dich kurz vor. Solange ich mich erinnern kann, interessiere ich mich dafür, wie Menschen miteinander reden. Ich selbst frage im Gespräch viel nach, weil ich verstehen möchte.

Wie können wir durch unserer Haltung und Kommunikation Verantwortung für eigenes Handeln übernehmen und wie kann Verständigung auch bei kontroversen Anliegen funktionieren?

Die Ausbildung zur Mediatorin hat sich für mich also fast von selbst ergeben.

Als Mediatorin bin ich in eigener Praxis tätig. Besonders am Herzen liegt mir die elder mediation. In Familien können dort Anliegen und Konflikte rund ums Älterwerden thematisiert werden. Da geht es z. B. um die Organisation der elterlichen Pflege unter Geschwistern oder um Konflikte, die schon weit zurückliegen und nun behutsam bearbeitet werden wollen.


Wo hast Du selbst Berührungspunkte zur Konfliktbewältigung? In erster Linie in meiner Familie, mit Freunden und natürlich bei mir selbst. Es ist gar nicht leicht, Konflikte anzupacken und den Mut zu finden, sie anzusprechen.

Bei den Anliegen, die ich mediiere, geht es fast ausschließlich um Konflikte – innere Konflikte, schlechte Stimmungen, Beziehungskonflikte, Teamkonflikte, Entscheidungskonflikte, Gerechtigkeitskonflikte.

In der Mediation rege ich an, anders zuzuhören und auch mal die Perspektive zu wechseln. Wenn erst einmal Verständnis für die Interessen der Konfliktpartner da ist, ist der Weg für gute Lösungen offen.

Manchmal fragen Menschen auch präventiv nach einer Mediation, um Konflikte im Vorfeld zu vermeiden – z.B. bei einer Erbschaftsmediation, um den Familienfrieden zu sichern. Oder um ein Familienunternehmen geordnet an die nächste Generation weiterzugeben.

Welches Thema möchtest Du uns beim Mediationstag näher bringen? Im Konflikt verengt sich häufig unser Blickwinkel. Wir nehmen unser Gegenüber mit zusammengekniffenen Augenwahr und bestehen auf unseren Positionen. Je länger der Konflikt anhält und je heftiger er verläuft, desto kleiner kann unser Fokus werden.

Wenn wir stattdessen den Blick darauf richten, welche Bedürfnisse hinter den Standpunkten stehen, können wir uns wieder annähern. Denn alle Menschen haben ähnliche Bedürfnisse – denken wir zum Beispiel an Anerkennung, Sicherheit oder Freiheit.

In dem Filmworkshop am Mediationstag möchte ich genau diesen Blick hinter die Worte anregen und mit den Teilnehmern üben, die Bedürfnisse zu lesen.


Was ist Deiner Meinung nach für ein friedliches Zusammenleben hilfreich? Auch wenn es wie ein Widerspruch klingt: Zunächst einmal ist es Voraussetzung für ein friedliches Miteinander, ob in Familien, unter Freunden oder draußen in der Gesellschaft, Auseinandersetzungen nicht aus dem Weg zu gehen und seine Standpunkte überhaupt zu vertreten. Den Diskurs zu suchen und sich nicht nur zu empören.

Vor allem aber halte ich es für sehr hilfreich, gut zuzuhören: Wissen wollen, was im Anderen vorgeht. Im Kontakt sein. Bereit sein, dem anderen zu verzeihen. Und in der Regel von guten Absichten ausgehen.


Wenn Du die Möglichkeit hättest, eine konkrete Veränderung in unserer Gesellschaft maßgeblich zu bestimmen, was wäre Dein Projekt? Angesichts der großen Herausforderungen unserer Zeit – Ökologie, Weltfrieden, Globalisierung, Digitalisierung etc. – wünsche ich mir, dass unsere Kinder bestmöglich gerüstet sind, um diese Themen mutig anzupacken und kreative Lösungen zu finden.

Doch was benötigen sie dafür? Ich meine, sie brauchen Freiheit, kreativ zu denken und eigene Lösungen auszuprobieren. Sie brauchen Selbstbewusstsein und das Vertrauen, aus eigener Kraft etwas ändern zu können.

Schulen sollten Kinder darin unterstützen, diese Fähigkeiten, mit denen sie schon auf die Welt kommen, zu erhalten und zu fördern. Unser bestehendes Schulsystem stelle ich diesbezüglich von Grund auf in Frage.

Ich möchte einen Diskurs in unserer Gesellschaft über folgende Fragen:

Was wollen wir unseren Kindern vermitteln?

Und: Können in einem hierarchischen und bewertenden System überhaupt frei denkende Menschen erzogen werden?

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Fünf Fragen an Dr. Marina Langfeldt

Die Menschen hinter dem Mediationstag: Dr. Marina Langfeldt

Wir möchten Ihnen gerne einen Eindruck von den Menschen geben, die den Mediationstag 2019 gestalten werden. Dazu haben wir unseren Referentinnen und Referenten fünf Fagen gestellt. Viel Spaß beim Nachlesen!

Dr. Marina Langfeld, Gesicht und Schultern im Portrait

Bitte stelle Dich kurz vor. Dr. jur. Marina Langfeldt, Zertifizierte Mediatorin mit den Schwerpunkten Interkulturelle Mediation und Mediation im Gesundheitswesen, Oberstaatsanwältin a.D.

Wo hast Du Berührungspunkte zur Konfliktbewältigung? In der Strafjustiz, in der ich lange tätig war, geht es fast immer um die Lösung von Konflikten. Bei meinen Auslandseinsätzen für die EU in Albanien, Kroatien und der Türkei habe ich zusätzlich die Methoden der Interkulturellen Mediation schätzen gelernt. Inzwischen beschäftige ich mich intensiv mit medizin-juristischen Themen und Mediation im Gesundheitswesen.

Welches Thema möchtest Du uns beim Mediationstag näher bringen? Ich möchte den Mediatoren, die selbst keine Juristen sind, allgemeine Rechtskenntnisse nahebringen: hilfreich für die Mediation und für das tägliche Leben!

Was ist Deiner Meinung nach für ein friedliches Zusammenleben hilfreich? Ein Verständnis davon, dass ein Begriff wie die Menschenwürde in unterschiedlichen Kulturkreisen unterschiedliche Bedeutungen haben kann, ebenso wie die unterschiedliche Bedeutung des Wortes Pünktlichkeit in einer Familie.

Wenn Du die Möglichkeit hättest, eine konkrte Veränderung in unserer Gesellschaft maßgeblich zu bestimmen, was wäre Dein Projekt. Mein Projekt wäre die Gründung eines Dachverbandes von Umweltschutzorganisationen in Deutschland, um eine Institution wie den National Trust in Großbritannien zu schaffen mit dem Ziel, die Menschen für die Umwelt und deren Schutz zu begeistern.

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Fünf Fragen an Sabine Krause

Die Menschen hinter dem Mediationstag: Sabine Krause

Wir möchten Ihnen gerne einen Eindruck von den Menschen geben, die den Mediationstag 2019 gestalten werden. Dazu haben wir unseren Referentinnen und Referenten fünf Fagen gestellt. Viel Spaß beim Nachlesen!

Kopf und Schultern von Sabine Krause vor neutralem Hintergrund

Bitte stelle Dich kurz vor. Ich bin Sabine Krause, Inhaberin der Konfliktberatung KrauseMediation in Köln. Meine Tätigkeitsbereiche sind in der Wirtschaft und im Gesundheitswesen.

Wo hast Du selbst Berührungspunkte zur Konfliktbewältigung? Immer dort wo Menschen zusammen sind können Konflikte entstehen, die geklärt werden möchten, um das Miteinander optimal zu gestalten. Überall begegne ich diesen Herausforderungen, ob verknüpft mit meinen ehrenamtlichen Aufgaben (Mediation fördern e.V. / Initiative Mediation und Gesundheit e.V.), ob privat in der Familie mit Tochter und Mann oder mit Kunden sowie anderen DienstleisterInnen.

Welches Thema möchtest Du uns beim Mediationstag näher bringen? In der Arbeitswelt besteht häufig der Wunsch auf der Sachebene zu bleiben. Gefühle werden in der Wirtschaft skeptisch betrachtet und können Blockaden auslösen. Mediation ohne die Beziehungsebene geht jedoch nicht. Im Workshop blicken wir auf die Mediationskompetenz, die Emotionen und die dahinterliegenden Bedürfnisse berücksichtigt.

WasistDeinerMeinungnachfüreinfriedlichesZusammenlebenhilfreich Kooperation, ohne Wenn und Aber:-))

Wenn Du die Möglichkeit hättesteine konkrete Veränderung in unserer Gesellschaft maßgeblich zu bestimmen, was wäre Dein Projekt? Mein Projekt wäre die Balance zwischen Wertschätzung und Kritik, zum Wohle aller!

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Fünf Fragen an Klaus Cox

Die Menschen hinter dem Mediationstag: Klaus Cox

Wir möchten Ihnen gerne einen Eindruck von den Menschen geben, die den Mediationstag 2019 gestalten werden. Dazu haben wir unseren Referentinnen und Referenten fünf Fagen gestellt. Viel Spaß beim Nachlesen!

Klaus Cox mit weißem Hemd und Jackett über der Schulter in einem Park

Bitte stelle Dich kurz vor. Ich heiße Klaus Cox, bin verheiratet, habe mit meiner Frau 3 Söhne, wohne und arbeite in Köln. Beruflich bin ich in einer mittelgroßen Kölner Kanzlei von Rechtsanwälten, Wirtschaftsprüfern und Steuerberatern seit ca. 28 Jahren als Anwalt und seit ca. 6 Jahren zusätzlich als Mediator und Wirtschaftsmediator tätig. Daneben engagiere ich mich in einigen sozialen Projekten.

Wo hast Du selbst Berührungspunkte zur Konfliktbewältigung? Als Anwalt weiß ich, für einen Mandanten und dessen Interessen vor Gericht zu streiten. Als Mediator weiß ich, wie sich auch festgefahrene Konflikte zwischen Menschen einvernehmlich und beiderseits interessengerecht lösen lassen. Aus meiner Erfahrung kann ich sagen, dass die Mediation für beide beteiligten Parteien oft der bessere und kostengünstigere Weg zur Konfliktlösung ist.

Welches Thema möchtest Du uns beim Mediationstag näher bringen? Mein Vortrag beim Mediationstag handelt vom   Erfolgsgeheimnis der Mediation. Mir liegt daran, interessierte Teilnehmer über die tieferen Wirkungsweisen und Erfolgsfaktoren einer Mediation zu informieren und an konkreten Beispielen aufzuzeigen, wie man trotzt etwaiger Kommunikationshemmnisse und emotionaler Spannungen die Kommunikation aufrechterhalten und zu einer am Ende von beiden Seiten als gut empfundenen Lösung kommen kann.

Was ist Deiner Meinung nach für ein friedliches Zusammenleben hilfreich Hilfreich wäre, die eigenen Interessen und Bedürfnisse nicht höher einzustufen als die der anderen, Unterschiede nicht grundsätzlich als Trennendes sondern eher als Bereicherung zu empfinden, anderen Menschen grundsätzlich respektvoll und wertschätzend zu begegnen, ihnen mehr zuzuhören, aus Erfahrungen anderer zu lernen, Meinungen nicht ungefiltert zu übernehmen, sich Gemeinsamkeiten bewusst zu machen, gemeinsam etwas Schönes zu erleben, Vielfalt zu genießen.

Wenn Du die Möglichkeit hättest, eine konkrete Veränderung in unserer Gesellschaft maßgeblich zu bestimmen, was wäre Dein Projekt? Mein Projekt wäre, in Politik und Gesellschaft den inneren gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken, sich mehr der gemeinsamen Werte und Bedürfnisse zu besinnen und allseits einen respektvolleren und toleranteren Umgang miteinander einzufordern. Hierzu würde ich als ersten Schritt in allen Gesellschaftsschichten und Altersgruppen eine breit angelegte Diskussion zu den Fragen anstoßen „In was für einer Welt würdest du gerne leben? Was kannst du hierfür tun? Was erwartest du von anderen?

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Fünf Fragen an Heinz Pilartz

 

Die Menschen hinter dem Mediationstag: Heinz Pilartz

Wir möchten Ihnen gerne einen Eindruck von den Menschen geben, die den Mediationstag 2019 gestalten werden. Dazu haben wir unseren Referentinnen und Referentenfünf Fagen gestellt. Viel Spaß beim Nachlesen!

Heinz Pilartz sitzt auf einem Stuhl vor einer Metaplanwand und redetBitte stelle Dich kurz vor.  Dr. Heinz Pilartz, Familienvater, Mediziner, der viele Jahre in eigener Praxis hausärztlich tätig war. Seit 2001 bin ich auch Mediator, als ich zusammen mit meiner Frau überlegt habe, welche zukünftige gemeinsame Tätigkeit für uns gemeinsam denkbar sein könnte. Im Jahr 2009 habe ich die ärztliche Tätigkeit beendet. Seitdem arbeite ich als Berater und Mediator. Privat wandere und reise ich gerne, treffe mich viel mit Freunden und liebe es „zu basteln“, sei es im Garten, sei es mit Beton oder Holz…Ausserdem bin ich der „Hausmeister“ für meine Kinder.


Wo hast Du selbst Berührungspunkte zur Konfliktbewältigung? Ich biete als Selbstständiger meine Kompetenzen an. Dabei arbeite ich seit 2 Jahren mit meiner Tochter Charlotte zusammen: Wir begleiten Betriebe und Institutionen bei Teamkonflikten, in Änderungsprozessen und rund um das Thema >Integration von Krankheit in den Arbeitsalltag<. Es gibt Mediationen (mindestens 2 Konfliktparteien), aber auch Begleitung und Beratung von Einzelpersonen, Referententätigkeit und Schulungen. Damit habe ich viel zu tun.

Welches Thema möchtest Du uns beim Mediationstag näher bringen? …dass wir alle gemeinsam dafür verantwortlich sind, wie unser Miteinander funktioniert: Es sind nicht immer „die Anderen“, die unsere Zufriedenheit, Handlungsfähigkeit und Planungen stören. Es hat auch damit zu tun, wie wir mit diesen „Anderen“ sprechen, wie wir gemeinsame Wege möglich machen und ob wir realistisch und reflektiert unseren persönlichen Alltag strukturieren. Die Zielgruppe für meinen Vortrag ist die interessierte Öffentlichkeit. Ich hoffe, dass die Zuhörer etwas mitnehmen: Ich möchte aber nicht lehren, sondern motivieren und begeistern. Ich wünsche mir, dass meine Botschaft (auch ohne Mitschreiben) verstanden wird und einen Anstoß gibt, das Leben ein bisschen zu verändern.

Was ist Deiner Meinung nach für ein friedliches Zusammenleben hilfreich? Ich bin davon überzeugt, dass die Bereitschaft zur Kooperation = zur Suche nach gemeinsamen Wegen, Grundvoraussetzung dafür ist. Mediation ist da ein Schlagwort und ein Fachbegriff.

Wenn Du die Möglichkeit hättest, eine konkrete Veränderung in unserer Gesellschaft maßgeblich zu bestimmen, was wäre Dein Projekt? Projekte zur Förderung der Selbstverantwortung und zum würdevollen Umgang miteinander. Projekte, die uns befähigen sollen, für ein selbstbestimmtes Leben einzutreten und mit Zivilcourage für sich und andere einzutreten. Darüber reden und vor allem Vorleben. Referieren, Schreiben und vor allem authentisch sein.

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