Ein Abend für neue Mitglieder – und für den Geist des Vereins

Von Dr. Beate Berger

Bild von Bob Dmyt auf Pixabay
Bild von Bob Dmyt auf Pixabay

Manchmal zeigt sich der Charakter eines Vereins nicht auf großen Bühnen, sondern an einem gemeinsamen Tisch. Genauso ein Abend war das Treffen für neue Mitglieder von Mediation fördern e.V. in den Räumen von IndiTo Bonn.

Eingeladen waren vor allem die „Neuen“. Doch auch einige Mitglieder der ersten Stunde waren gekommen – darunter Renate Huppertz und Ute Schelleis, die den Verein seit seiner Gründung begleiten. Diese Mischung aus Erfahrung und frischem Blick prägte die Atmosphäre des gesamten Abends.

Schon nach kurzer Zeit wurde deutlich, was den Verein ausmacht: Austausch auf Augenhöhe und die Bereitschaft, Wissen miteinander zu teilen.

Ein Verein lebt vom Engagement seiner Mitglieder

Im Mittelpunkt des Abends stand zunächst die Frage: Was leistet der Verein eigentlich – und was können Mitglieder daraus machen?

Viele Aktivitäten entstehen direkt aus der Initiative der Mitglieder. Dazu gehören insbesondere die Fortbildungen, die ein zentraler Bestandteil der Vereinsarbeit sind.

Ein Format sind die kleineren Workshops von zwei bis vier Stunden, die aus dem Fachwissen der Mitglieder selbst entstehen. Hier geben Kolleginnen und Kollegen Einblick in ihre Praxis, teilen Methoden oder diskutieren aktuelle Fragen der Mediation.

Daneben gibt es die großen Fortbildungstage, die regelmäßig einmal im Jahr samstags und ganztägig stattfinden. Für diese Veranstaltungen lädt der Verein externe Fachleute ein, die neue Perspektiven und Impulse einbringen.

Bemerkenswert ist dabei ein Prinzip, das viele neue Mitglieder überrascht:
Die Teilnahme ist kostenfrei.

Die Finanzierung erfolgt vollständig aus dem jährlichen Mitgliedsbeitrag von 75 Euro. Damit versteht sich der Verein bewusst als Plattform für gemeinsames Lernen und kollegiale Weiterentwicklung.

Arbeitsgemeinschaften, Projekte und Kooperationen

Ein weiterer Schwerpunkt des Abends war die Vorstellung der verschiedenen Arbeitsgemeinschaften (AGs) im Verein.

Diese AGs ermöglichen es Mitgliedern, sich intensiver mit bestimmten Themenfeldern zu beschäftigen, Projekte zu entwickeln oder Veranstaltungen vorzubereiten. Gleichzeitig wurde deutlich: Die Struktur des Vereins ist bewusst offengehalten.

Wenn neue Themen entstehen oder Mitglieder ein gemeinsames Interesse entdecken, können auch neue Arbeitsgemeinschaften gegründet werden.

Darüber hinaus organisiert der Verein regelmäßig Vernetzungstreffen, die Raum für persönlichen Austausch bieten.

Besondere Projekte sind außerdem der Tag der Mediation sowie der Mediationstag, mit denen der Verein die Mediation in der Öffentlichkeit sichtbar macht.

Eine wichtige Rolle spielt auch die Kooperation mit der VHS Bonn. Sie eröffnet Mediatorinnen und Mediatoren die Möglichkeit, ihre Arbeit einem breiteren Publikum vorzustellen und Mediation praktisch erlebbar zu machen.

Gespräche, Geschichten – und Vertrauen

Neben all diesen Informationen blieb an diesem Abend vor allem eines im Gedächtnis: die besondere Atmosphäre.

Für das leibliche Wohl war mit Snacks für jeden Geschmack gesorgt – süß und salzig, gesund und weniger gesund.

Besonders bereichernd waren die Beiträge der Mitglieder der ersten Stunde, die Einblicke in die Anfänge des Vereins gaben. Gleichzeitig brachten die neuen Mitglieder ihre eigenen Erfahrungen und Perspektiven ein.

Erstaunlich war, wie schnell der Austausch persönlicher wurde. Einige der neuen Mitglieder teilten bereits an diesem ersten Abend sehr persönliche Hintergründe und Motivationen für ihre Arbeit als Mediatorinnen und Mediatoren.

Gerade das zeigte, dass sich ein vertrauter Rahmen entwickelt hatte – eine Grundlage, die für die Arbeit eines Mediationsvereins kaum wichtiger sein könnte.

Ein gelungener Auftakt

Am Ende des Abends blieb ein klarer Eindruck:
Der Verein Mediation fördern e.V. lebt von der Initiative, der Offenheit und dem Engagement seiner Mitglieder.

Der Abend für die „Neuen“ war deshalb weit mehr als eine Vorstellung des Vereins. Er war zugleich ein lebendiges Beispiel dafür, wie Gemeinschaft entstehen kann – durch Gespräche, durch geteilte Erfahrungen und durch die gemeinsame Überzeugung, dass Mediation ein wichtiger Beitrag zu konstruktiver Konfliktkultur ist.

Dr. Beate Berger


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